Donau Radwanderung


Von der Quelle in Donaueschingen bis zum Schwarzen Meer nach Constanta entlang der europäischen Fernwanderoute 6 vom 16.07. bis 05.08.2007



Eine Idee wird geboren

Ich weiß leider nicht mehr genau wie ich zu der Idee kam die Donau entlang zu fahren, ich denke mein jetziger Wohnort Regensburg hatte einen großen Anteil daran. Ich fahre jeden Morgen und jeden Abend etwa 2 km auf dem Donauradweg, als Teil meines Arbeitsweges. Außerdem unternehme ich hin und wieder an Wochenenden Radtouren entlang der Donau stromabwärts bis nach Straubing oder andere Richtung bis nach Kelheim. Dabei fiel mir immer wieder der Wegweiser „Donauradweg“ auf. Irgendwann hatte ich also mal die Idee laut ausgesprochen und meine Freundin schenkte mir prompt zum Geburtstag den 1. Teil des bekannten blauen Bikelineführers für den Donauradweg. Als ich im Mai 2007 dann auch noch in einem Geschäft für Wanderkarten die Teile 2 bis 4 für den Donauradweg sah war mein Entschluss gefasst, ich kaufte kurzerhand die 3 Tourenbücher und innerhalb der nächsten 2 Wochen plante ich die ungefähre Zeitdauer und reichte meinen Urlaub ein.



Vorbereitung und Anreise nach Donaueschingen

Meine Vorbereitung war angesichts des Umfangs meiner Reise eher schlecht, ich hatte kein eigenes Tourenrad und lieh mir kurzerhand das Rad meiner Freundin aus. Ich montierte einen Tag vor Reisebeginn einen einfachen Fahrradcomputer, korrigierte das Radlagerspiel am Hinterrad und kontrollierte die Bremsen. Nachdem ich dann noch die Sattelhöhe eingestellt hatte, unternahm ich eine kleine Probefahrt und bemerkte die angenehme und leichte Fahrweise des Fahrrades, ich war ein wenig überrascht. Ausgeliehen hatte ich mir außerdem ein kleines 2 Mann Zelt und 2 Fahrradseitentaschen und eine Gepäckträgertasche. Nach kurzer Packzeit stand es nun fahrbereit im Hausflur, mein komplett ausgestattetes Tourenrad. Fahrkarten und die Fahrzeiten für die Bahn hatte ich mir schon einige Tage vorher besorgt, ich benutzte wegen der Unkompliziertheit und dem leichten Preisvorteil die Ländertickets für Sachsen, Bayern und Baden-Würtemberg, außerdem eine Fahrradtageskarte für den Nahverkehr. Wichtiges Gepäck, Werkzeug und Getränke packte ich dann noch in einen Rucksack.

Meine Bahnreise führte am nächsten Morgen ab Pockau um 9:01 Uhr bis nach Donaueschingen über die Umstiegsorte Chemnitz, Hof, Nürnberg, Stuttgart und Tuttlingen mit einer Fahrzeit von 11 Stunden und 38 Minuten laut Bahnauskunft. In Stuttgart nutzte ich die 1 Stunde Aufenthalt für Essen und Toilette. Ich hatte vorher noch keine Erfahrung mit der Fahrradmitnahme in Zügen, aber ich hatte schnell bemerkt, aufgrund der Fahrt am Montag waren die Züge relativ leer und die Umstiegszeiten waren ausreichend, um von einem Zug in den anderen zu wechseln. Es gibt allerdings Waggons die trotz aufgedrucktem Fahrradsymbol eine etwas zu enge Tür hatten und man deswegen einige Probleme beim Ein- und Austeigen hatte.

Die Fahrt mit der Bahn war ein sehr schöner Auftakt für meine Reise. Besonders der letzte Teil im Schwarzwald war landschaftlich sehr schön, ohne das ich es genau wusste fuhr ich sogar die letzten etwa 25 km entlang der jungen Donau und konnte so schon einige Radfahrer beobachten. Ich kam ungefähr 20:40 Uhr am Bahnhof Donaueschingen an und mir fiel sofort die Tafel „Herzlich Willkommen am Beginn des Donauradweges“ auf. Ich machte mich sofort auf den Weg Richtung Donauquelle, die ausgeschildert war und fand diese dann innerhalb eines Schloßparks. Zu meinem Erstaunen war keine andere Menschenseele an diesem Ort anzutreffen. Ich machte einige Fotos und machte mich weiter auf den Weg Richtung Ortsausgang. Bis dahin hatte ich noch etwas Geld abgehoben und verweilte noch etwas an dem Donauzusammenfluss von Breg und Brigach, des eigentlichen Donaubeginns. Ich fuhr dann bis in den Abend hinein und beobachte immer wieder die schon relativ breite Donau, ich schätze die Breite betrug etwa 15 Meter. Der Radweg war asphaltiert und fuhr sich deswegen sehr gut, außerdem war er an fast jedem Knick ausgeschildert, man konnte also dem Weg auch ohne Radführer sehr gut folgen. Nach etwa 20 km, in Geisingen, schon relativ spät ging ich dann noch zum Italiener bei dem ich dann trotz Küchenschluß noch eine Pizza Salami bekam. Ich fuhr dann weiter, aufgrund der guten Lichtanlage des Fahrrades war dies kein Problem, weiter bis zu einem gut gepflegten Bushaltestellenhäuschen am Rande der Ortschaft an dem ich mich dann kurzerhand entschied zu schlafen. Ich packte also meine Matratze und meinen Schlafsack aus und machte es mir auf der Bank gemütlich. Um mir Peinlichkeiten zu ersparen blickte ich vorher noch auf den Busfahrplan, etwa 6:30 fährt der erste Bus, das sollte reichen dachte ich mir.





Der deutsche Teil

Etappen:

1.Tag: Geisingen – Öpfingen
2.Tag: Öpfingen – Marxheim
3.Tag: Marxheim – Regensburg
4.Tag: Regensburg – Winzer
5.Tag: Winzer - Passau

Bilderserie

Am nächsten Morgen wachte ich mit den ersten Sonnenstrahlen auf und fühlte mich sehr gut erholt, als alles eingepackt und ich fahrbereit war kamen auch schon die ersten Schüler, die den Bus nutzen wollten, also verschwand ich schnell und begann meinen ersten richtigen Radwandertag entlang der Donau.

Gleich nach Geisingen erreichte ich ein Zeltplatz und davor stand eine Informationstafel „Donauversinkung“. Ein Trampelpfad führte in Richtung Versinkungsstellen, ich konnte jedoch nichts besonderes entdecken und fuhr weiter. Nach etwa 2 km wies wieder ein Wegweiser „Donauversinkung“ Richtung Donau. Und tatsächlich genau an dieser Stelle war die Donau verschwunden. Laut der Tafel fließt das Wasser unterirdisch durch das poröse Gestein in die Ach und dann in den Rhein. Einige Kilometer weiter war die Donau aber genauso Wasser führend wie vor der Versinkung dank einer unterirdischen künstlichen Umleitung.

Nach kurzer Zeit erreichte ich die Stadt Tuttlingen mit dem besonders originell gestalteten Donaupark. Etwas zum Ende der Stadt hielt ich dann bei einem Diskounter und kaufte mir etwas zum Frühstück. Diese Zeremonie sollte sich nun jeden Tag wiederholen. Meistens habe ich mir einen halben Liter Trinkjoghurt und einen halben Liter Schoko- oder Bananen Trinkmilch, etwas süßes Gebäck ein paar Riegel, Schokolade manchmal Gummibärchen und wenn reif und vorhanden 2 Bananen gekauft. Mal habe ich dann direkt an der Einkaufsgelegenheit gegessen mal bin ich noch ein bisschen gefahren und habe mir eine gemütliche Stelle mit Bank direkt an der Donau gesucht und dort genüsslich und ohne auf die Zeit zu achten gefrühstückt. Meistens hatte ich dann so ein starkes Völlegefühl, das mir ein wenig schlecht wurde. Ich hatte dann mit der Zeit nicht ganz so viel zum Frühstück gegegessen und es dann später aufgebraucht.

Diesen ersten Radwegabschnitt empfand ich als besonders abwechslungsreich. Die Ansichten wechselten sehr oft, breite oder schmale Täler, Wälder, Felder, Bahngleise, Brücken, Felsen und Burgen, Schlösser, schöne kleine Städte, alles war hier vorhanden. Der Weg war teilweise asphaltiert teils unbefestigt aber sehr gut befahrbar. Kein Wunder das ich nach dem Stück zwischen Passau und Wien hier die meisten Radfahrer getroffen hatte. Allerdings gab es hier auch etliche kleine bis mittlere Anstiege. Etwa 40 km vor Ulm aß ich in einer Gaststätte und nach einer weiteren etwa 1 stündigen Fahrt baute ich mein Zelt im Dunkeln direkt neben dem Radweg bei einem kleinen Rastpunkt auf. Zuerst wollte ich offen auf der Bank schlafen aber ein paar Regentropfen überzeugten mich dann doch das Zelt aufzubauen. Allerdings waren noch ein paar Mähdrescher auf dem angrenzendem Feld mit der Ernte beschäftigt und ich hoffte das sie bald fertig seien. Am Nächsten Morgen erreichte ich Ulm, die Wegweiser des Radweges waren hier leider nicht ganz durchgängig so das ich oft von der Hauptroute abkam. Ich frühstückte hier und fuhr einige Zeit weiter über Günzburg, Gundelfingen, Dillingen, Donauwörth bis kurz vor Marxheim. In der Nähe von Gundelfingen traf ich auf einen Wegweiser „Römertempel“, dem ich nicht widerstehen konnte und ich dann eine teilrestaurierte Tempelanlage bestaunen durfte. Allgemein wird einem immer wieder bewusst das die Donau die Grenze für das römisch Reich war und immer mal wieder besonders ab Ungarn römische Ruinen anzutreffen sind. Gegen Abend in Marxheim traf ich ein Schweizer Paar, das gerade ein Zelt aufbaute. Ich fragte kuzerhand ob ich mich dazugesellen durfte und baute ebenfalls mein Zelt auf. Am nächsten Morgen frühstückten wir zusammen, sie boten mir Kaffee und Brot an. Wir plauderten ein bisschen über unsere Routen, dabei erfuhr ich das die beiden bis nach Budapest fahren wollten. Von meiner Absicht bis an das Schwarze Meer fahren zu wollen waren die beiden total begeistert und wünschten mir alles Gute. Ich war ein bisschen schneller fertig als die anderen und fuhr schon mal los. Kurze Zeit später erreichte ich den Donaustausee Bertholdsheim. Es war schon irgendwie faszinierend, ich trat über den Damm und man sieht einen riesigen See, Kraniche die verschreckt wegfliegen und einige Sportboote hauptsächlich Segelboote. Allerdings war zu erkennen das der See stark versandet war, was ich dann auch auf einem Zeitungsausschnitt lesen konnte der an einem Bootshaus angeklebt war. Der nächste Ort war Neuburg, dieser Ort war sehr sehenswert durch sein Schloss, was ich dann auch gleich für eine weitere Frühstückspause nutzte. Danach war dann noch das Jagdschloss Grünau zu sehen. Kurz vor Ingolstadt traff ich dann auch die Schweizer wieder und wir fuhren bis etwa Stadtmitte zusammen. Ich fuhr weiter auf hauptsächlich unbefestigten Dammwegen, es war ein sehr heißer Tag. Ungefähr hier begann sich langsam in der rechten Ferse ein krampfartiger Schmerz auszubreiten. Einige Zeit später erreichte ich die Hopfenfelder rund um Neustadt. Kurz vor Kelheim waren auch besonders viele Badende anzutreffen. Bei Kloter Weltenburg entschloss ich mich die Fähre zu nutzen um das berühmte Durchbruchstal mal von der Flußperspektive aus beobachten zu können. Es war schon ein wenig beeindruckend, allerdings im Vergleich zu den späteren Durchbrüchen in Österreich und Serbien eher klein. Ziemlich genau zu meinem geplanten Tageskilometerstand erreichte ich Regensburg und natürlich nutzte ich mein eigenes Zimmer für die Übernachtung.

Ich wachte relativ spät auf, außerdem mußte ich noch eine wichtige Postsendung abschicken, so das ich erst gegen 12 Uhr aus Regensburg losfuhr. Der Weg bis Passau ist relativ flach und hauptsächlich von Feldern umgeben, linksseitig sieht man den Bayerischen Wald. Sehenswert waren vor allem die Burgruine und die Walhalla in Donaustauf und das Schloss in Wörth. In Straubing wählte ich die kurze Route außerhalb der Stadt und fuhr weiter Richtung Bogen. In Deggendorf speißte ich ein leckeres Eis und kurze Zeit später aß ich in Winzer in einem gemütlichen Biergarten zu Abend. Ich bemerkte ein nahendes Gewitter und fragte nach einer Schlafgelegenheit. Die Wirtin war sehr nett und zeigte mir eine überdachte Terasse. Dort befanden sich auch zwei Liegen die ich nutzen durfte. So verbrachte ich die Nacht mit ruhigem Gefühl und mit toller Sicht auf das entfernte Gewitter. Am nächsten Tag erreichte ich Passau und wenig später den unscheinbaren Grenzübergang zu Österreich.





Der österreichische/slowakische Teil

Etappen:

5.Tag: Passau – Gusen
6.Tag: Gusen – Tulln
7.Tag: Tulln – Gabcikovo
8.Tag: Gabcikovo – Komarno

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In Passau wechselt die Donau seine Farbe, durch den Zufluss der Inn ist das Wasseer nun leicht türkis milchig, vorher war es eher schwarz grün. Der Teil in Österreich hat seinen besonderen Reiz an den langen Talfahrten direkt an der Donau. Dabei hat man von Beginn an die Qual der Wahl auf welcher Seite man fährt. Ich entschied mich für die linksseitige. Allerdings ist der Radweg nicht durchgängig und man ist gezwungen die Donau mittels der speziell vorhanden Rad- und Personenfähren zu überqueren. Am ersten Tag in Österreich erreichte ich Linz. Ich übernachtete in Gusen auf einer Obstbaumwiese, direkt neben einem Bauernhof. Am 6.Tag meiner Reise war mein Schmerz an der rechten Ferse so stark, das ich zum Schmerzmittel greifen musste. Ich hatte ja eine ziemlich umfangreiche Apotheke mitgeführt, für den Fall der Fälle. Hier also musste Paracetamol helfen. Zusätzlich kühlte ich die Ferse ein wenig mit Wasser. Ich hatte schon ernsthafte Bedenken, aber wie immer folgte ich der Theorie - wenns nach 3 Tagen nicht besser wird, ist es ernst -. Ich konnte allerdings noch problemlos fahren, nur wenn ich den rechten Fuß ein wenig bewegte merkte ich den Schmerz. Damit hatte ich jetzt schon 3 Plagen: Schmerzen am Hinterteil, an den Handgelenken und jetzt auch noch am rechten Fuß. Die Schmerztablette half tatsächlich, nach etwa einer 1 Stunde war das Fahren deutlich angenehmer. Für das Problem mit dem Hinterteil gabs leider keine große Möglichkeiten, ich stellte mich ab und zu auf die Pedalen und entlastete es so eine wenig. Aber es wahr hoffnungslos, der Schmerz war ein Dauerbegleiter. Für die Handgelenke galt das genauso, allerdings hatte ich hier mehr Möglichkeiten die Positionen zu wechseln. Der Lenker war in der Hinsicht sehr positiv, man konnte sich sogar relativ sicher aufstützen und eine Fahrhaltung wie bei den Zeitfahrern einnehmen, dies war die absolute Wohltat für die Handgelenke und demzufolge machte ich davon sehr oft Gebrauch.

Am 6.Tag erreichte ich die Wachau. Ein ausgedehntes Weinanbaugebiet, das außerdem viele alte Burganlagen und Häuser besitzt. Ich war wirklich begeistert. Am Abend erreichte ich Tulln, wo ich dann auf einem Rudervereinsgelände auf einer überdachten Terrasse übernachtete. Von Tulln aus waren es auch nur noch wenige Kilometer bis Wien, das ich dann am nächsten Tag etwa gegen Mittag erreichte. Ich hielt mich nicht lange auf, machte nur eine der zahlrreichen Trinkpausen des Tages, dabei fiel mir allerdings das ruhige und saubere Wasser der Donau auf. Was sich dann auch an den vielen Badegästen äußerte, die teils sogar innerhalb der Stadt badeten. Weiter außerhalb stromabwärts gibt es aber richtige Badestellen die sehr gut besucht waren. Ich hatte jedoch wegen meines strengen Zeitplanes keine Badepause vorgesehen und fuhr weiter. Einen der zahlreichen Wassersprenger die die schon teilweise ausgetrockneten Donauwiesen unter Dauerregen setzte, nutzte ich dann doch um mich ein bisschen abzukühlen, indem ich mich mitsamt des Fahrrades einfach daneben aufstellte. Eine Wohltat. Die Weiterfahrt Richtung Grenze war wegen der Hitze und dem unbeschatteten Dammweg besonders anstrengend. Kurz vor der Grenze machte ich dann noch eine Essenspause in einem Biergarten, ich aß einen Salat und Kaiserschmarren mit Pfaumen. Wenig später war ich dann in der Slowakai. Die Hauptsatdt Bratislawa war auch nicht weit von der Grenze entfernt, so das ich die 2. Großstadt an diesem Tag erreichte. Zu sehen gab es nicht viel, mir viel bloß auf das auf dem Dammweg ab Bratislawa sehr viele Inlineskater unterwegs waren. Ich fuhr weiter entlang des eintönigen Dammweges, am Abend in der Nähe von Gabcikovo überquerte ich die Donau und suchte mir dort einen Schlafplatz. Ich fragte einen Hausbewohner ob ich sein brach liegendes Nachbargrundstück nutzen durfte, er bot mir aber stattdessen seinen eigenen Rasen als Zeltgelegenheit an, was ich dann auch dankend annahm. Diese Nacht wird mir jedoch eine ganze Weile unangenehm in Erinnerung bleiben. Ich wachte irgendwann auf und bemerkte ein ständiges Krabbeln am ganzen Körper. Als ich dann meine Taschenlampe anschaltete, sah ich dann das Übel, im Zelt waren Ameisen, ich denke es waren bestimmt hundert im Zelt und Außen etliche mehr. Ich war todmüde und wollte eigentlich nur schlafen, Zelt umbauen wäre zu aufwendig gewesen. Kurzerhand sprühte ich erst einmal außen am Zelt die Ameisen mit Antimückenspray zu. Innen nutzte ich mein Deospray um die meisten zu töten. Nach etwa ½ Stunde hatte ich dann die Plage einigermaßen eingedämmt und beschloß weiter zu schlafen, trotz strengem Duft. Ich wachte später noch mal kurz auf und schaute mich um, keine neuen Ameisen mehr. Am nächsten Morgen wachte ich früh auf und fuhr schnell weiter. Der Weg war hier größtenteils wieder einmal unbefestigter Dammweg mit grobem Kies es fuhr sich eher schwer. Ich hatte dann kurz vor Komarom eine schöne Badestelle an der Donau gefunden und nutzte dann doch mal die Möglichkeit für ein kurzes Bad. In Komarom wechselte ich dann wieder auf die rechte Donauseite und damit auch das Land, ich war nun in Ungarn.



Der ungarische Teil

Etappen:

8.Tag: Komarom – Zeltplatz Almasnezmely
9.Tag: Zeltplatz Almasnezmely – Szigethalom
10.Tag: Szigethalom – Kalocsa
11.Tag: Kalocsa – Udvar

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Direkt nach der Brücke fiel mir ein 24 Stunden Supermarkt auf, hier hielt ich kurz und kaufte mir Getränke und außerdem neue Sonnenschutzcreme. Ich hatte das Gefühl die Alte war über das Verbrauchsdatum. Ich hatte mir trotz sorgfältiger Benutzung die Beine und das Gesicht leicht verbrannt. In meinen Radführern las ich von der größten neuzeitlichen Festung, die sich in diesem Ort befinden soll. Ich war neugierig und machte einen kurzen Abstecher dorthin. Viel zu sehen gab es dort aber nicht. Der weitere Weg führte nun eher auf Straßen und deutlich abseits der Donau. Ich erreichte gegen Abend einen Zeltplatz, den ich dann für die Übernachtung nutzte. Ich hatte versucht einen Rabatt auszuhandeln da ich ja nur übernachten wollte, aber es gelang nicht, 15 € war ich nun los. Am nächsten Tag erreichte ich Esztergom und als Höhepunkt Budapest. Ich war von der Stadt total begeistert. Wie immer hielt ich mich jedoch nicht lange auf und versuchte weiterzukommen. Dies war hier jedoch nicht so einfach, an wichtigen Kreuzungen fehlten einfach Wegweiser oder Straßennamen zur Orientierung. So mußte ich mich mal wieder durchfragen. Ich erreichte dann schon spät in der Nacht Szigethalom, wo ich dann erst einige male umherirrte, und mich dann entschloss auf dem Busbahnhof auf einer Bank zu schlafen. Ich hatte einfach nichts besseres gefunden. Nach eher schlechtem Schlaf stand ich sehr früh auf und fuhr weiter. Ich hatte bemerkt das mein Schmerz in der rechten Ferse nun vollständig verschwunden war. Damit setzte ich hoch motiviert meine Reise fort. An diesem Tag war es mal wieder sehr heiß und der Weg führte durch die vielen Paprikafelder Ungarns. Nicht zum ersten Mal habe ich einfach meine Matraze ausgepackt, aufgeblasen und unter einem schattigen Baum 2-3 Stunden alle Viere von mir gesteckt. Am Abend habe ich mir dann mal ein schönes Abendessen in einem richtigen Restaurant in Kalocsa gegönnt und übernachtete in der Nähe der Stadt an der Donau. Am nächsten Tag erreichte ich dann schon die ungarische Grenze über Mohacs in Udvar.





Der kroatische/serbische Teil

Etappen:

11.Tag: Udvar – Bilje
12.Tag: Bilje – Sremski Kalovci (Hotel Boem)
13.Tag: Sremski Kalovci – Radinac
14.Tag: Radinac – Donji Milanovac (Hotel)
15.Tag: Donji Milanovac – Grenzübergang Sip

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An der Grenze zu Kroatien hatte ich dann kleine Probleme mit dem Grenzbeamten, nachdem ich ihm meinen Reisepass gegeben hatte, schaute er mich und mein Fahrrad an und stellte mir unverständliche Fragen in seiner Landessprache. Ich deutete zuerst auf das Ziel meiner Reise und sagte ihm in Englisch das ich nur durchreisen wollte. Es half aber nichts. Er war immer noch nicht zufrieden und fragte weiterhin nach „Reise, Reise“. Ich zeigte ihm dann meinen Radführer und den Ausschnitt innerhalb Kroatiens, erst dann war scheinbar alles in Ordnung und der Mann schrieb sich auf einem Zettel einiges auf und ich konnte dann passieren. Der Weg hat sich insofern geändert das nun wieder spezielle Radwegweiser vorhanden waren, die jede Richtungsänderung angezeigt hatten. Außerdem war es wieder leicht hügelig. Ich erreichte am Abend Bilje. Mir fielen einige Pensionsschilder auf. Ich folgte diesen und landete in einer schmalen Seitenstraße. Als ich am Ende wendete kam mir auch schon ein Hausbesitzer entgegen und fragte mich „Schlafen?“. Antworten konnte ich leider nicht so richtig, denn das war auch so ziemlich das einzige Wort was der Hausbesitzer deutsch sprechen konnte. Er wollte mich unbedingt in seine Pension zerren. Die Nacht kostete ca. 20 € inklusive Frühstück. Ich wollte vor seinem Haus auf einer Wiese zelten. Ein herbeigerufener Junge vermittelte später in englisch. So langsam verstand er aber was ich wollte und fing an zu lachen. Er zeigte mir dann noch die Zimmer, die waren wirklich sehr gut ausgestattet, und wies auf die Klimaanlage. Er dachte ich wollte lieber wegen der Hitze draußen schlafen. Überzeugen konnte ich ihn dann erst als ich sagte, ich schlafe aus Prinzip immer draußen. Er lächelte dann und wir unterhielten uns noch eine Weile und tranken Slibovicze. Seine Frau war auch sehr nett und ich bekam sogar noch was zu essen. Ich zahlte etwa 5 € dafür. Am nächsten Morgen konnte ich sogar die Dusche nutzen.

In Osijek, Vokovar und in Kroatien allgemein sind die Folgen des Krieges deutlich zu sehen. Es gibt viele Häuser mit teilweisen starken Zerstörungen, an fielen Häusern sind Einschußlöcher zu sehen und es gibt Hinweisschilder für Landminen. Wegen der kurzen Strecke innerhalb Kroatiens erreichte ich dann an diesem Tag auch schon die kroatisch- serbische Grenze. Was mir auf der serbischen Seite sofort auffiel waren die riesigen Müllmengen an den Straßenrändern, außerdem gab es plötzlich streuende Hunde und es stank teilweise faulig. Trotz Erfahrung mit Hunden, bevorzugte ich es lieber vor heraneilenden Hunden zu flüchten.

Meine erste große Stadt in Serbien war Novi-Sad. Die Stadt wirkte sehr modern. Wie meistens verfuhr ich mich wieder und landete irgendwie im Stadtzentrum, ich wollte Geld abheben, aber leider war nirgends ein Automat der meine EC Karte akzeptierte. Also habe ich kuzerhand einige Leute gefragt. Und als wäre die Welt nicht groß genug, treffe ich doch tatsächlich einen Serben der in Dresden studiert und der super Deutsch sprach. Die Überraschung war dann auch auf seiner Seite groß als ich ihm sagte ich hätte in Dresden studiert. Er führte mich dann zu einer Bank die meine Karte akzeptierte. Auf dem Weg dorthin tauschten wir uns noch intensiv über unsere Studienerlebnisse aus. Er hatte jedoch keine Zeit mehr und verließ mich dann nachdem ich das Geld hatte. Ich fuhr dann weiter an der sehr belebten Donau, vorbei an der schön beleuchteten Festung Petrovaradin und dann weiter bis nach Sremski Kalovci. Ich entschloß mich diesmal einfach für eine Hotelübernachtung, ich wollte einfach mal wieder duschen, normal aufs Klo und schön schlafen. Naja das Hotel war 2 Sterne kategorisiert, das „schön“ ist also aus dem vorigem Satz zu streichen. Am nächsten Morgen nahm ich das Hotelfrühstück und fuhr weiter. An diesem Tag erreichte ich gegen 15:00 Uhr Belgrad. Ich war schon leicht beunruhigt weil ich mich überhaupt nicht gemeldet hatte und wollte die Gelegenheit nutzen und schrieb in einem Internetcafé eine Mail an Claudi. Insgesamt war die Stadt eher schlicht nur die Belgrader Festung war interessant. Ich fuhr dann an diesem Tag noch etwa 60 Kilometer und übernachtete in Radinac auf der Grundstückswiese einer mal wieder deutsch sprechenden Gastarbeiterfamilie, die auch gerade erst wieder aus Österreich zurückgekommen waren. Am nächsten Tag traf ich dann nach kurzer Fahrt Timo und Isa, zwei junge deutsche Studenten die ebenfalls mit dem Rad Richtung Schwarzes Meer wollten. Ich hängte mich kurzerhand ein und wir bildeten nun für die nächsten guten 50 Kilometer eine dreier Gruppe. Wir fuhren durch das riesige Braunkohleabbaugebiet rund um Kostolac. Allerdings wirkte es sehr runtergekommen. Als wir uns dann der Donau näherten erlebten wir zu unserer Überraschung plötzlich wie angeschaltet einen sehr stürmischen Wind, der uns aber nur mäßig behinderte da er ja von der Donauseite kam. Wir fuhren gemeinsam bis nach Beli Bagrem. Auf der anderen Donauseite befand sich schon Rumänien. Hier trennten sich unsere Wege, ich wollte weiter weil ich mein Tagesziel noch nicht erreicht hatte.

Jetzt beginnt der Abschnitt der im Bikeführer als besonders sehenswert beschrieben wurde, der Karpartendurchbruch. Und ich muss zustimmen, es war eine wirklich beeindruckende Landschaft. Der Wind wurde zunehmend schwächer da das Tal langsam schmaler und tiefer wurde. Ich erreichte bald die Festungsruine Golubac. Bei der ich mir einen kleinen Aufenthalt gönnte. Was bis dahin auch ungewohnt war, waren die vielen Tunneldurchfahrten, bei denen man bis zu 800m im Dunklen fährt. Da es eh langsam dunkel wurde mußte ich sowieso das Licht einschalten. Außerdem waren jetzt auch wieder ab und zu einige Steigungen zu überwinden. Trotz guter Straße und den Sehenswürdigkeiten, gab es hier geringen Autoverkehr. Bei Tageskilometerstand 180 war ich in der Kleinstadt Donji Milanovac und beschloß dort in einem Sporthotel zu übernachten. Diesmal war alles ein bisschen besser und natürlich auch teurer. Was mich aber wunderte war der Ort wo ich mein Fahrrad unterbringen sollte, in der Anlieferungshalle für Lebensmittel. Am nächsten Morgen fühlte ich schon nach wenigen Kilometern eine ungewohnte Schwäche und das trotz ausgiebigem Hotelfrühstück. Dies, und das ungewohnt kalte Wetter führte dazu das ich erstmals schon am Mittag eine Essenspause in einem Restaurant einlegte. Hier traf ich wieder ein deutsches Paar das mir erstens ein gutes Gericht empfehlen konnte und zweitens meine restlichen serbischen Dinar gegen rumänische Lei tauschte, was bis auf etwa 5 € Differenz zugunsten meinerseits auch klappte, denn die Beiden waren in entgegengesetzter Richtung unterwegs und ich ja nur noch etwa 20 km von der rumänischen Grenze entfernt. Am Eisernen Tor, einem riesigen Staudamm überquerte ich die Donau auf die linke Seite und war nun in Rumänien. Meinen vorläufigen deutschen Reisepass (grüne Farbe) hatte hier scheinbar noch niemand gesehen so das ich hier länger als sonst vor dem Wartehaus stehen mußte.





Der rumänische Teil und Rückfahrt

Etappen:

15.Tag: Sip – Tiganasi
16.Tag: Tiganasi – Poiana Mara
17.Tag: Poiana Mara – Corabia
18.Tag: Corabia – Panne in Lisa (Kilometerstand: 2580 km, rund 370 km vor Schwarzen Meer)

Bilderserie

Gleich nach der Grenze wollte ich das Eiserne Tor auch von der anderen Seite fotografieren, leider war dies nicht möglich, da im selben Moment irgendwelche Uniformträger auf mich zu rannten. Also habe ich es doch eher vorgezogen die Kamera schnell wieder einzupacken und zu verduften. Die nächsten 20 km auf einer stark befahrenen Straße waren auch kein Vergnügen, Lastkraftwagenfahrer gab es ziemlich viele und die überholten nicht gerade mit großem Abstand zu mir, naja einmal laut fluchen und weiter treten war in diesem Moment angesagt. Das änderte sich dann aber auch schlagartig als ich die Straße in Hinova verließ und auf eine wenig befahrene Landstraße kam. Meine erste Übernachtung hatte ich in Tiganasi bei einer jungen Familie, ich schlief dort wieder in meinem Zelt auf der kargen Wiese des Hofes. Am nächsten Morgen nach einer leicht verregneten Nacht hatte ich nach einigen Kilometern einen Platten im hinteren Reifen. Beim Flicken bemerkte ich die starke Abnutzung und die teilweise bis zu 1 cm langen Risse im Reifenmantel bei beiden Reifen. Eigentlich keine große Überraschung da ich schon vor der Abreise den schlechten Zustand erkannt hatte, aber in diesem Moment wurde mir bewusst wie schlecht meine Vorbereitung war und Flickzeug und 2 Schläuche leider gar nichts nützen wenn die Reifen durch sind. Ab diesem Moment überlegte ich während der Fahrt ständig darüber nach wie ich Ersatzreifen bekomme, das dies in Rumänien gar nicht so einfach ist erkannte ich schnell als ich selbst in Calafat, einer mittelgroßen Stadt selbst nach 2 stündiger Suche und ständigem Fragen keinen Fahrradladen fand. Doch ich gab nicht auf und ein Mann den ich schon einmal fragte kam plötzlich wieder auf mich zu und führte mich mit seinem Mofa zu einem „Vulkanisierer“. Der hatte dann auch tatsächlich 2 passende Reifen und nach einer weiteren halben Stunde war meine größte Sorge um mein Reiseziel verschwunden, ich gab dem Händler und dem Mann mit dem Mofa jeweils 10 € fragte mehr zum Spaß dann noch nach einem neuen festeren Sattel, den ich auch noch bekam und führte meine Reise mit sehr gutem Gefühl fort. Die alten Reifen hatte ich abgegeben da ich mich nun sicher vor Pannen glaubte. Ich fühlte allerdings schon nach kurzer Fahrt eine etwas schwerere Fahrweise, obwohl ich die Reifen extrem hart aufgepumpt hatte, vielleicht war es aber auch Einbildung denn schließlich fühlte ich mich ja insgesamt nicht mehr so fit.

Die Sonne war sehr heiß, am Straßenrand raschelte es fast ununterbrochen weil viele Reptilien von der Straße wegflüchten. Auf den Feldern sieht man einige Roma bei der Mais- oder Heuernte, auf den Straßen sind nur einige Pkw und einige Pferde- oder sogar Eselkutschen unterwegs. In den Dörfern wurden nun oft frisch geerntete Melonen angeboten, die Versorgung in den Lebensmittelgeschäften hatte ich mir dürftiger vorgestellt ich konnte mich ganz gut versorgen aber was es nicht mehr gab waren Milch und gekühlte Getränke in jedem Dorf. Von der Idee Abends in einem Restaurant essen zu können mußte ich mich auch verabschieden, die gab es dort nur in größeren Städten.

Am dritten Tag in Rumänien erreichte ich spät am Abend Corabia, dort fand ich erst nach langer Suche ein Hotel, aber der Preis war mir zu hoch, als ich schon weiterfahren wollte deutete der Hotelbesitzer auf die Wiese direkt am Pool und ließ mich dort in meinem Zelt übernachten. Ein übrig gebliebenes Schnitzel von meinem Abendessen übergab ich dann noch dem Hund des Besitzers und so hatte ich für die restliche Nacht auch noch einen treuen Freund. Am nächsten, wieder heißen, Tag nach etwa 60 Kilometern wars dann aber schlagartig aus mit meiner Reise. In der Nähe von Lisa nach einer kurzen Rast platzte plötzlich mein Hinterradreifen und ich war vollkommen niedergeschlagen, ich wußte sofort das die Reise nun zu Ende war und machte mir langsam Sorgen wegen der Abgeschiedenheit der Straße. Es fuhr ungefähr alle 5 Minuten ein Pkw an mir vorbei. Aber ich hatte Glück nach etwa 15 Minuten kam ein Kleintransporter vorbei der dann auch noch tatsächlich anhielt. Er fuhr mich etwa 25 km weiter zur nächsten Stadt mit Bahnhof nach Zimnicea und setzte mich dort vor einem Vulkanisierer ab. Er hatte gemeint mal mein Glück erst einmal dort zu versuchen. Aber so richtig konnte ich nicht glauben das mir dort geholfen werden konnte. Der Ladenbesitzer konnte mir dann tatsächlich nicht helfen und wir reparierten das Rad nur notdürftig so das man es wenigstens bequem schieben konnte. Ich bewegte mich zum Bahnhof und ich kam gerade rechtzeitig zur Abfahrt eines Zuges Richtung Bukarest. Das Zugfahren in Rumänien ist ein echtes Abenteuer, alte Züge, alte Gleise, offene Türen während der Fahrt, noch echte Fahrkarten und Schaffner mit Lochzange. Während der Fahrt nach Bukarest machte ich mir so einige Gedanken über die anstehende Rückreise und den Grund für den geplatzten Reifen (ich denke es war eine Mischung aus mangelnder Qualität, Hitze und zu hohem Reifendruck). Nach einiger Zeit schwand so langsam mein Frust und es kam ein wenig Heimatfreude auf. Kurz vor Bukarest sah ich dann noch was sehr exotisches, eine Ölfeld auf dem einige hundert Pleuelölpumpen standen und und mit ihrer typischen Auf und Abbewegung meine Blicke staunend bannten.

In Bukarest kam ich auf ein wenig abseits vom Hauptbahnhof auf einem kleineren Bahnhof an. Ohne zu wissen wo denn der Hauptbahnhof eigentlich ist stand ich nach etwa 15 min Fussweg plötzlich davor. Als ich jedoch hineingehen wollte hielten mich 3 Leute auf und meinten ich sollte Eintritt zahlen. Ich hielt das zuerst für einen Witz und zeigte auf die ganzen Menschen die so einfach an uns vorbei gingen, aber es schien dann doch alles richtig zu sein und zahlte (ich glaube es waren gerade einmal 30 cent). Die Frau am internationalen Schalter war nicht gerade die Freundlichste und machte keine großen Anstalten auf meine Fragen zwecks Fahrradmitnahme im Zug zu antworten. Nach kurzer Zeit hielt ich mein Ticket für den Zug Richtung Budapest in den Händen. Ich hatte noch etwas Zeit und versuchte mein restliches Rumänisches Geld zu verjubeln, dank vieler Imbissbuden war dies kein Problem. Ich traff dann noch 2 Schweizer mit Fahrrad die auch nach Budapest wollten denen ich mich kurzerhand anschloss. Gegen Mitternacht fuhr der Zug los. Im Zug belegten wir ein 6 Personen Abteil für unsere 3 Räder und ein zweites für uns. Nach einer Weile versuchten wir dann auch zu schlafen. Da im Zug eigentlich keine Fahrräder mitgenommen werden durften gab es auch immer wieder Probleme mit den Schaffnern, schließlich mußten wir sogar in die alt bekannte „Geld regelt alles“ Trickkiste greifen, zum Glück reichte für die Ungarische Seite eine kurze Verhandlung (Dummstellen) aus. Budapest erreichten wir am Nachmittag des nächsten Tages, die Schweizer wollten weiter nach Wien und konnten auch fast direkt im Anschluß in ihren Zug steigen. Ich informierte mich erst einmal im Verkaufsraum nach Zügen Richtung Deutschland. Glücklicherweise gab es einen EC mit Fahrradmitnahmemöglichkeit über Prag und Dresden nach (Hamburg?). Einziger Schönheitsfehler: der Zug fuhr erst am nächsten Morgen um kurz vor 5 Uhr los. Die Zeit bis dahin verbrachte ich in Budapest durch ständiges umherwandern und pausieren auf Bänken, Treppenstufen und in Cafés. Aber ganze 14 Stunden totzuschlagen ist echt anstrengend, zumal über Nacht. Ich war todmüde als ich am nächsten Morgen in den Zug einstieg und mein Fahrrad verstaute. Dementsprechend verbrachte ich die Reise auch mehr schlafend. Und kam schließlich voller Freude an meinen Zielort Niederlauterstein über Dresden und Chemnitz an.





Ich danke Andreas Matthes für die Farradtaschen und Maik Schwedler für das Zelt.

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